|
Endlich Wochenende!
Und was stand an? Nicht etwa Ausschlafen oder Rumhängen – nein, falsch gedacht –sondern die VER der Jugend in der Niendorfer „High-Tech-Halle“!
Ich war dafür angedacht der Turnierleitung ein wenig über die Schulter zu schauen und zwischendurch helfend tätig zu werden. Außerdem habe ich beim Auf- und Abbau geholfen. Zwischendurch bekam ich von Herrn Stegemann die Aufgabe eine Ergebnis-Tabelle in Excel anzufertigen. Da mir dieses Programm aber scheinbar nicht wirklich liegt, und auch der Jugendwart selber seine liebe Müh und Not damit hatte, haben wir in Zusammenarbeit die Tabelle in Word angefertigt, was die ganze Prozedur erheblich erleichterte. Ansonsten fielen für mich kleinere Aufgaben, wie Aushängen von Ergebnissen, an.
Die Veranstaltung an sich hatte durchaus einen ansprechenden Unterhaltungswert! Neben den etablierten Tischtennis-Größen waren die „Rocheteau-Geschwister“ die uneingeschränkten Stars dieser Veranstaltung.
Fabien Rocheteau gewann mit Leichtigkeit die Schüler A-Konkurrenz und biss sich auch bei den Jungen bis auf Rang 5 durch. Sein gutes Ballgefühl und sein äußerst gefährlicher Vorhand-Topspin waren hier seine herausragenden Fähigkeiten.
Doch der eigentliche Star war seine noch kleinere Schwester Amelie. Bei den B-Schülerinnen gar nicht erst angetreten gewann sie die Schülerinnen-A Konkurrenz und kam bei den Mädchen bis auf Rang 4.
Doch nicht die Platzierungen waren es, die einen verblüffen ließen, sondern viel mehr die Art und Weise, wie dieses kleine, 11-jährige Mädchen ihre Gegner reihenweise abfertigte: Noch etwas tapsig auf den Beinen begab sie sich jedes Mal zum Tisch, als würde sie zu einem Sandkasten laufen, um ein bisschen zu spielen.
Und dann ging die Show los: sie zog einen Topspin nach dem anderen, als hätte sie nie etwas anderes gemacht; sie nahm ihre Gegner mit einer spielerischen Leichtigkeit auseinander, die einen nur zum Staunen bringen konnte. So unbekümmert wie sie scheinbar an die Sache ranging, erschien es einem fast schon frech, wie dieses kleine, kichernde Kampfknäul einem die Bälle um die Ohren schoss!
Auch sonst wurde einem einiges geboten.
Mich verblüfft immer wieder, wie die verschiedenen Tischtennisspieler die gängigen Verhaltensweisen am Tisch übernehmen. So oft, wie die Spieler anfangen mit sich selbst zu reden – und teilweise sogar selbst geißeln – könnte man fast zu der Annahme kommen, dass mit zunehmender Tischtennisaktivität Persönlichkeitsstörungen an der Tagesordnung sind: „Hallo? Kannst du Dich BITTE mal beim Aufschlag konzentrieren?!“ oder auch „Das ist sooo ÄNGSTLICH, das ist wirklich UNGLAUBLICH, konzentrier Dich doch mal DU IDIOT!“ sind nur ein paar Auszüge aus dem Repertoire der groß aufspielenden Stars!
Hinzu kommt natürlich der Standardausruf, den jeder gestandene Tischtennisspieler beherrschen muss, und der auch diesmal das ein ums andere Mal, in verschiedenen Varianten, durch die Halle schoss: „CHOAAA!“. Wenigstens erhöht sich so der Unterhaltungswert des Tischtennissportes, oder?
Ich konnte also neben meiner Assistenz bei der Turnierleitung auch einige Spiele begutachten. Generell haben viele junge Spieler ein, für ihr Alter, wirklich erstaunliches Niveau.
Gut war die Ansetzung von Schiedsrichtern für die Veranstaltung, da so eine geordnete und sachliche Stimmung herrschte. Das sollte man beibehalten.
Eine gelungene Veranstaltung. |